Session 19/20

Das Voiswinkeler Dreigestirn 2020 stellt sich vor – Hück oder nie

„Hück oder nie! In 20 Johr will ich nit sagen hätte, hätte ich doch domols met jemaat will nix bereue, dann keine Froch Hück, Hück es ne janz besondere Daach“

Wenn man auf dem Lande aufwächst verhält es sich mit so manchen Sachen ein wenig anders als in der Stadt. Man weiß zum Beispiel, dass Kühe nicht lila sind und hat wahrscheinlich seinen ersten Vollrausch nicht in irgendeiner Großraum Disco (in der man sich den Eingang mit dem Ausweis vom Bruder oder der Schwester erschlichen hat), sondern im heimischen Partykeller oder der eigenen Dorfkneipe erlebt. Ja, auf dem Lande ticken die Uhren noch etwas anders. Früh kommt das gemeine Kind vom Lande auch mit der auf den Dörfern vorherrschenden Vereinslandschaft in Berührung. Sei es eine freiwillige Feuerwehr, ein Pfarrjugend, der Fußball- oder Basketballverein oder eben ein Karnevalsverein. Irgendein Onkel, Nachbar, die Mutter oder die Oma sind Mitglied in einem dieser zahlreichen Dorfvereine, in denen man dann zwangsläufig auch irgendwann Mitglied wird. Oft geschieht dies schon im frühen Kindesalter. Man wird Teil der Gemeinschaft im Verein, mal aktiver, mal passiver. Doch man bleibt immer ein Teil der Gemeinschaft.

Eine solche Gemeinschaft haben wir drei (alles Kinder vom Land) hier bei der IVK in Voiswinkel in den letzten Jahren vorgefunden. In einem Verein der familiär ist, der fantastische Sitzungen und einen tollen Zug auf die Beine stellt und in den man sich gerne einbringt. Eingebracht in die IVK hat sich schon ein jeder von uns drei in den vergangenen Jahren und das in den verschiedensten Funktionen. Und schon früh schlich sich bei jedem von uns der Gedanke ein: Dreigestirn sein hier in Voiswinkel – dat wör jet!

Hück, Hück oder Nie – Setz alles op ein Kaat

Und tatsächlich existiert seit schon vor vielen Jahren einer dieser berüchtigten Bierdeckelverträge – eben jene, die einen oft in Teufelsküche bringen und an die man sich am nächsten Morgen zunächst gar nicht erinnern mag – auf dem man den Plan, eines Tages mal das Voiswinkeler Dreigestirn zu bilden, schriftlich festhielt. (Entstanden war dieser – nach etlichen Kaltgetränken und weit nach Mitternacht – an der Theke, auf einer Karnevalsveranstaltung in der Voiswinkeler Turnhalle). Unter mysteriösen Umständen ging der Bierdeckel dann im Laufe der Jahre verloren, doch der an diesem Abend eingepflanzte Gedanke wollte keinem von uns so wirklich aus dem Kopf gehen. Insbesondere bei unserer Jungfrau keimte der Gedanke schon früh auf und immer wieder unternahm sie über die Jahre den Versuch, Bauer und Prinz für ihr Vorhaben vom Dreigestirn zu überzeugen.

Un mi Hätz, Hätz hat op de Moment jewaad

Typisch Mann, waren jedoch beide Herren zunächst einmal nicht um eine Ausrede verlegen: „Ja Lust habe ich schon, aber das Studium, der Job, die Familie…“, der geneigte Leser kann es sich wahrscheinlich bildlich vorstellen. Und doch lies Svenja im Laufe der Jahre nicht locker. Und so langsam aber sicher sah sie die lahmen Ausreden der Jungs bröckeln. Und so kam es bei der Sessionseröffnung im November 2018, dass sich die Jungfrau die Zusage des Prinzen einholen konnte und der Plan vom Voiswinkeler Dreigestirn konkrete Formen annahm. Zu zweit schmiedete man an dem Plan, auch Bauer Frederik die finale Zusage zu entlocken. Doch als man sich eine Woche nach der Session 2019 beim Bauer zu Hause traf, brauchte es keinerlei großer Überredungskünste: Bauer Frederik war mit an Bord.

Wie wir schon bei unserer Bekanntgabe auf dem Sommerfest der Zunftfüchse verkündet haben, bedeutet der Karneval in Voiswinkel für uns etwas Besonderes. Und jetzt in dieser Session passt endlich alles, dass wir drei voller Freude sagen können: Hück oder nie – wir stellen das Voiswinkeler Dreigestirn der Session 2020. Damit wird für uns alle drei ein langersehnter Traum war, denn Dreigestirn, das macht man wahrscheinlich nur einmal um Leben, und wenn man es macht, dann sollte man es in vollen Zügen leben und genießen. Eben einfach Hück oder nie!

Doch wer sind eigentlich genau die Personen, die sich ab nun Voiswinkeler Dreigestirn nennen dürfen? Hier eine kleine Vorstellung: Seine Deftigkeit Bauer Frederik wurde am 07. März 1989 in Bergisch Gladbach geboren und ist mit 30 Jahren der Alterspräsident in unserem Trifolium. Vor Kurzem ist der mit seiner Frau Nadine und Sohnemann Finn (bzw. der designierte Kinderprinz der Session 2029) nach Schlebusch gezogen. Frederiks Wurzeln liegen jedoch in Odenthal-Glöbusch. Aufgewachsen in einer karnevalistischen Familie, flitzte er schon im Kindesalter mit der dicken Trumm um den Weihnachtsbaum und war viele Jahre Teil des Karnevalvereins Glöbuscher Karnevalsfreunde.

Kurz vor der Jahrtausendwende zog es Familie Christoffel mit Klein-Frederik gen Berlin. Als leidenschaftlicher Fußballer, der das Fußballspielen beim SV Altenberg erlernt hatte, spielte Frederik schon bald nach seiner Ankunft bei Union Berlin. Schon nach zwei Wochen wurde unserem Bauern allerdings geraten, dass er doch lieber zu einem anderen Verein wechseln soll.  Welch ein Glück für das Dorf und die IVK. Nach drei Jahren ging es zurück in die bergische Heimat, um dort den Karneval weiter zu leben und zu feiern. Zudem wechselte Frederik zurück zum SV Altenberg, um dort seine Tore zu schießen. Allerdings besteht Frederik noch heute darauf, dass „die Union ohne seine zwei Wochen Blut, Schweiß und Tränen jetzt nicht dort wäre wo sie hingehört – in die erste Liga”.